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Allgemeine Informationen zum Bildtelefon

Ein Bildtelefon sieht aus wie ein herkömmliches Telefon. Allerdings besitzen Bildtelefone einen Bildschirm und eine elektronische Kamera für die Videoübertragung. Wenn zwei Menschen mit kompatiblen Bildtelefonen miteinander telefonieren, können sie sich über das Display gegenseitig sehen. Dieser gegenseitige Sichtkontakt kann zum Beispiel bei schwierigen Telefonaten sehr hilfreich sein, da man sein Gegenüber bei visuellem Kontakt oft besser einschätzen kann, als wenn man nur normal telefoniert.

Das Bildtelefon stellt allerdings nicht nur eine technische Spielerei dar, sondern ist zum Beispiel für Gehörlose gedacht, die aufgrund ihrer Behinderung nicht über ein herkömmliches Telefon kommunizieren können. Über ein Bildtelefon ist die Kommunikation in Gebärdensprache möglich.

Die Geschichte der Bildtelefonie (der zugehörige Telefon-Dienst) reicht zurück bis in die Zeiten der 30 Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts vor dem zweiten Weltkrieg. Damals bestand zwischen Leipzig und Berlin ein öffentlicher "Fernseh-Sprechdienst". Die Deutsche Bundespost führte in der Zeit von 1981 bis 1988 in sieben deutschen Städten (München, Nürnberg, Stuttgart, Düsseldorf, Hannover, Berlin und Hamburg) Versuche im Rahmen des so genannten Breitbandigen Integrierten Glasfaser Fernmeldeortsnetz (kurz: BIGFON) durch.

Dabei sollte die Glasfasertechnik für alle Telekommunikationsdienste hinreichend getestet werden. Zusätzlich gab es im Rahmen von BIGFON auch ein Versuchsnetz für Bildfernsprechen für Gehörlose als Vorläufer der oben beschriebenen Bildtelefonie. Die offizielle Einführung des Bildtelefons mit Übertragung über das digitale Fernmelde- und Datennetz ISDN war in Deutschland im Jahr 1992. Allerdings sorgten die hohen Anschaffungskosten für wenig Akzeptanz in der breiten Bevölkerung.

Heutzutage könnte die Bildtelefonie einen ganz neuen Höhepunkt erleben. Mit vorhandenen Computern, Internetzugang, einer Webcam, einem Mikrofon und einer entsprechenden Software kann sich jeder die Welt der IP-Telefonie erschließen und gleichzeitig in den Genuss der Bildtelefonie kommen. Sowohl Anschaffungskosten als auch Unterhaltskosten (Gebühren) bewegen sich in niederen Gefilden. Und vor allem bei den Gebühren lässt sich die Bildtelefonie über eine entsprechende Flatrate komfortabel zum Festpreis realisieren. In der Schweiz gibt es in diesem Bereich bereits maßgeschneiderte Angebote für die ursprüngliche Zielgruppe der Gehörlosen.

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